nders, als es die Eigenschaft des dort abgebauten
Materials und der damit verbundenen Namensgebung der Erhebung vermuten lässt, war es jedoch keine Kohle,
die am Schwarzen Brink abgebaut wurde, es handelte sich vielmehr um Impsonit. Dieses kohleähnliche Material offenbarte sich den
Geologen und Bergleuten damals allenfalls als geologisches Mysterium, auch seiner äusserst merkwürdigen
Lagerung wegen, welche mit einem normalen Kohleflöz nichts gemein hat. Auch heute
noch wird bei der Beschreibung der Pr. Oldendorfer Bergbaugeschichte oft nicht zwischen Kohle und Impsonit
unterschieden. Selbst die bekannteren und
-im Vergleich zu den Bergwerken am Schwarzen Brink- grösseren
Bergwerke in der Oldendorfer Egge, aus denen ebenfalls nie Kohle gefördert
wurde, finden vielfach Erwähnung als Kohlebergwerke. Anders als die flözartigen Vorkommen von Kohle lagert
sich das Erdöl-Derivat Impsonit hingegen in Gängen und Klüften ab, was einen Abbau weniger "planbar" macht.
Aus der Aufnahme von Schlunck. Große Teile
des Schwarzen Brinks werden in einer Zeit nach den hier geschilderten Abbauen zum
Grubenfeld "Rudolf 2" gehören. Die Stollen der Amalia gehören nicht zum Schwarzen
Brink und werden gesondert behandelt.
Während die Gesteinsschichten nach Norden einfielen, fiel das, was
man für ein Kohleflöz hielt, mal nach Norden und mal nach Süden ein; mal verhielt es sich
tatsächlich wie ein Flöz....um dann aber plötzlich wieder zu vertauben. Der Lagerung
des Impsonits wegen war ein Abbau schwierig und unökonomisch. Immer wieder musste man
die Lagerstätte "wiederfinden", nachdem sie vertaubte. Weder konnte man sich an der
Stratigraphie orientieren noch an benachbarten Lagerstätten.
Am Schwarzen Brink
Weiterhin besteht auch die
Möglichkeit, daß es -in sehr engen Grenzen- Überschneidungen mit der "echten" alochthonen
Jurakohle gab, die vom Nonnenstein her bekannt ist.
Bei den früheren Versuchen, die Entstehung der "Kohle" zu erklären, wurde viel spekuliert, so
wurde zum Beispiel eine
"Einschwemmung von
Wealdenkohle in offene Spalten bei Aufformung des Gebirges" in Betracht
gezogen, so z. B. von Dienemann im Erläuterungstext zu den geologischen Karte der Blätter
Melle, Quernheim u. Oeynhausen. Klarheit gab es erst in der jüngeren Vergangenheit bei einer genaueren
und intensiveren Untersuchung der Wiehengebirgsflexur, des Limbergsattels und seiner Umgebung. Bei der Genese des
Impsonits spielte wieder einmal der Bramscher Intrusiv mit seiner Hitzeeinwirkung eine
große Rolle.
Wallringpingen entstehen, wenn unterirdische Hohlräume
dem Gebirgsdruck nachgeben und einstürzen. Durch mechanische
Vorgänge (Pressungen, Hebungen u. Schichtenzerrungen)
bildet sich machnmal ein Wall um die Pinge.
So stammt das Ausgangsmaterial des Impsonits aus viel tieferen Schichten und
lagerte sich, einer Gangerzlagerstätte hydrothermalen Ursprungs nicht unähnlich, in Gängen
und Klüften der weiter oben liegenden jurassischen Schichten ab. Weitere Erklärungen zur Entstehung
gehen von bereits vorhandenem organischen Material in den später impsonitführenden Gesteinsschichten aus, welches einer
Thermometamorphose unterlag. Unter Berücksichtigung der stratigraphischen Stellung der Impsonitvorkommen
werfen beide Modelle allerdings weitere Fragen auf: So beschränken sich die Vorkommen
den überlieferten Lagerstättenbeschreibungen nach nicht nur auf einen einzelnen Horizont, dem in diesem
Zusammenhang oft erwähnten Cornbrash - Einiges spricht dafür, daß auch in den tieferen Schichten
(lt. Schott) Impsonit gefunden und versuchsweise auch abgebaut wurde.
Die Spuren der alten Bergwerke am Schwarzen Brink
Folgt man dem Waldweg, welcher sich auf der gegenüberliegenden
Straßenseite des Parkplatzes am hölzernen Wiehenturm befindet in westliche Richtung, so steuert man
geradewegs auf den Schwarzen Brink zu. Die oberflächennahen Schichten am Schwarzen Brink
zählen zum oberen Jura, am Nordhang lassen sich noch kleine Aufschlüsse finden. Lt. Lohmann
stehen am Nordrand des Schwarzen Brinks auch Schichten des unteren weißen Jura an, damit
existiert mithin eine (sehr theoretische) Möglichkeit, daß dort ebenfalls die bereits vom Nonnenstein her
bekannte alochthone Jurakohle des Wiehengebirgsquarzits abgebaut worden sein könnte, Hinweise darauf gibt es
allerdings bislang nicht.
Die Geschichte der ersten Gruben am schwarzen Brink ist nicht eindeutig, erst zu den späteren Abbauen gibt
es Hinweise: Im Jahre 1799 beschloß man, einige alte Grubenbaue am
Schwarzen Brink wieder aufzuwältigen und eröffnete damit die mindestens zweite Abbauperiode. In einem 15 m tiefen Schacht fand man die beschriebene
kohleartige Substanz. Mittels eines Stollens wurde versucht, einbrechendes Wasser zu lösen. Warum
der Stollen zum Lösen des Grubenwassers relativ weit vom Schacht entfernt angefahren wurde, geht aus den
überlieferten Daten nicht hervor, eventuell ging man noch von einer weitaus
ergiebigeren Lagerstätte aus.
Diese Pinge dient als Sammelstelle für Forstabfälle. Anderenorts
haben Pingen den Status eines Denkmals.
Nur wenige Meter entfernt: Eine beiwerklose Pinge
In eine der Pingen mündet diese grabenartige Vertiefung.
Sie verläuft quer zum Streichen der Schichten.
Während dieser zweiten
Betriebsperiode nach 1799 wurde zwar
Brennstoff gefördert, jedoch nie in einer solch ausreichenden Menge, die dem Bergbau am Schwarzen Brink eine Perspektive
hätten geben können. Die "Kohle" wurde zum Verfeuern in einem nahe gelegenen Kalkofen
genutzt. Nach 1844 wurden die Abbaue am Schwarzen Brink ein drittes Mal reaktiviert. Zwei Brüder aus Rabber versuchten,
aus dem Inneren des Schwarzen Brinks Kohle zu fördern, anscheinend ohne Erfolg. Eine von Prof. Römhild
beschriebene Wallringpinge konnte bei einer Begehung leider noch nicht gefunden werden, jedenfalls keine einzeln liegende,
wie es in der erwähnten Arbeit beschrieben wurde. Im weiteren Umfeld des von Prof. Römhild beschriebenen Ortes befinden sich allerdings
weitere bergbaulichen Relikte. Da es sich bei den gefundenen Vertiefungen um ein ganzes Pingenfeld
handelt, wird es sich wahrscheinlich um einen anderen als den von Römhild
beschriebenen Abbau handeln. Die Pingen liegen alle recht nah beieinander, ein auf einer
Länge von ca. 50 m erkennbare grabenartige Vertiefung mündet in eine der Pingen. Leider findet
man nirgends eine Halde, anhand der man ungefähre Rückschlüsse auf die Größe der evtl. vorhandenen unterirdischen
Hohlräume hätte schließen können. Eine weitere haldenlose Pinge befindet sich nordwestlich des Pingenfeldes, des Weiteren
einige oberflächennahe kleinere Schurfe.
Noch etwas ausser Impsonit?
Einer 150 Jahre alten Arbeit (Klipstein) kann man entnehmen, daß es evtl. auch Abbaue auf Eisenstein
am Schwarzen Brink gegeben haben mag. Leider sind nicht mehr alle Ortsbezeichnungen aus dieser Arbeit nachvollziehbar,
einige beschriebene Stollen dürften aber nahe oder gar im Schwarzen Brink zu suchen sein. Ausgehend von den
Abbauen am Dörrel, nördlich des Schwarzen Brinks, begab sich Klipstein zu einem Abbau 200 Lachter in südöstliche Richtung, um
zum Schluss einen Bergbau noch weiter südlich aufzusuchen. Dieser dürfte sich am Schwarzen Brink befunden haben. Ob
es sich um einen anderen Abbau als den oben beschriebenen auf Kohle gehandelt hat, wäre noch zu klären.
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